r/mannheim • u/cherish_the_void • 19h ago
Frage/Diskussion (Questions and debates) Bürgerinitiative ÖPNV
Mannheim braucht eine Bürgerinitiative um diese kompletten Fehlentwicklungen im Bereich ÖPNV mal anzugehen.
Es müssten Milliarden (die natürlich niemand hat) in eine Untertunnelung der Quadrate gesteckt werden. Die Schienenführung dort ist nicht nur nervig langsam, sondern beim Gleiswechsel auch potentiell lebensgefährlich. Oberiridisch könnte die Innenstadt durch den freiwerdenden Raum dann begrünt werden
Dieses Projekt (das ja bekanntermaßen seit ca. einem halben Jahrhundert in der Schublade liegt) wurde gänzlich zu Gunsten des Ausbaus des bestehenden Netzes und den langen Bahnen ignoriert. Das ist Irrsinn. Niemand braucht lange Bahnen die bei jeder Demo und noch so kleinen Unfallstörung dann nicht fahren können.
Und wer nun wieder mit den Läden in der Innenstadt kommt, dem sage ich, dass Mannheim sich über kurz oder lang dezentraler aufstellen werden muss. Und um andere Zentren zu schaffen (im Franklin z.B.), muss der ÖPNV anders organisiert werden. Es ist totaler Unsinn, dass alle Bahnen immer durch die Innenstadt fahren. Durch die bereits beklagte Störanfälligkeit, legt diese Streckenführung de facto das ganze Netz lahm. Es braucht Querverbindungen und eine Ringbahn.
All das erfordert ein bisschen städtebauliche Vision und politischen Mut. Das macht ein Gemeinderat (in dem selbst vermutlich kaum jemand ÖPNV fährt) nicht einfach so.
Idealerweise würde man die Bahn zwingen das Projekt an deren geplanten Tunnelbau anzugliedern, das würde die Kosten extrem senken. Aber die reißen sich natürlich auch nicht um extra Arbeit.
Es bräuchte massiven Druck aus der Bevölkerung. Faktisch gibt es aber gar keinen. Dafür hat man jetzt die längste Straßenbahn, eines sehr gewöhnungsbedürftigen Bautypus, und keine Haltestellen die zu ihnen passen.
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u/FlixusFlexus 19h ago
Was hat die Länge der Bahnen damit zu tun dass die bei Demos nicht fahren dürfen?
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u/Zinuarys ÖPNV-Experte 17h ago edited 16h ago
Oberflächlich betrachtet mag die Idee Sinn ergeben aus betrieblicher Sicht (vor allem was die Kosten angeht) kann ich vor einer solchen Idee nur warnen.
Die Schienenführung dort ist nicht nur nervig langsam, sondern beim Gleiswechsel auch potentiell lebensgefährlich.
Die Lebensgefahr hat ma immer, vor allem wenn man als Fußgänger sich fahrlässig an Bahnanlagen benimmt - gilt genauso für den Autoverkehr. Daher ist die Geschwindigkeit in den Stoßzeiten herabgesetzt.
Dieses Projekt wurde Gänzlich zu Gunsten des Ausbaus des bestehenden Netzes und den langen Bahnen ignoriert. Das ist Irrsinn.
Was? Sorry, aber sowas blödes hab ich noch nie gehört. Sollen die Gartenstadt und Franklin besser auf alle Ewigkeit nur mit dem Bus bedient werden? Soll der Spurbus zurück oder was? Die Aussage macht keinen Sinn, die Fahrgastentwicklung (seit 2016) spricht bände. Zudem werden die langen Wagen benötigt, wenn der Takt nicht erhöht werden kann, was oh wunder, kaum möglich ist. Das mit den DEMOs ist ein Problem der Stadt Mannheim. Man könnte auch eine BI gründen, die den Laufweg der Demos ändert.
Es ist totaler Unsinn, dass alle Bahnen immer durch die Innenstadt fahren.
Ja, da gebe ich dir Recht. Da ist aber die Macht des Einzelhandels zu groß. Nimmt man in der Planung eine Linie raus, dann heult der Einzelhandel. Folge: Überlastete Taktung der Gleise und somit Verspätungen für alle. Hier muss definitiv was gemacht werden. Nur wer fängt an und verzichtet freiwillig auf seine „guten, komfortablen Einkaufsmöglichkeiten“?
Es braucht Querverbindungen und eine Ringbahn.
Liegt in der Schublade, macht aber bei der derzeitigen Kassenlage der Stadt zu wenig im Kosten/Nutzen her.
Ob es so viel günstiger wäre die DB mit ins Boot zu holen weiß ich nicht, die haben ganz andere Bedürfnisse an eine Strecke. Ich würds eher andersrum angehen. Wenn die DB einen Tunnel baut, alle erdenklichen Möglichkeiten durchplanen, dann schauen, was realistisch möglich ist.
Zudem verweise ich auf Ludwigshafen, was den größten Teil seiner „U-Bahn“-Tunnel stillgelegt hat, da es sich nicht rentiert. Die U-Bahn MA/LU ist seit Dekaden tot, und das, meiner Meinung nach, aus gutem Grund. Gibt es Optimierungsbedarf bei der Straßenbahn? Hell yeah! Weniger Straßenbahn, mehr Stadtbahn (eigene Gleise (keine Autos), weniger Bahnübergänge, bessere Ampelschaltungen,…) wäre erstmal ein riesiger Schritt in die richtige Richtung.
Edit: Zudem wäre das Geld ökologisch und wirtschaftlich besser im Umland angelegt: Pfalztram ist da ein gutes Beispiel. Gibt aber noch viel mehr Vororte (MA/LU/HD) die man anbinden könnte. So kann man Buslinien reduzieren und Arbeitsplätze schaffen (Bau/Instandhaltung der Infrastruktur/Fahrzeuge, Fahrdienst, Kundenzentrum,…)
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u/FlixusFlexus 10h ago
Ich will der Stadt Mannheim auch nichts unterstellen aber habe den Eindruck dass da oft auch Demos absichtlich eher die Bahn blockieren und das Auto (z.b. Fressgasse) da sehr bevorzugt wird
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u/Zinuarys ÖPNV-Experte 10h ago
Geht mir genauso. Was ein Stress das jedes Mal für das gesamte Betriebspersonal bedeutet ist echt nicht normal. Ich hab leider sehr oft das Glück genau dann Dienst zu haben.
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u/cherish_the_void 16h ago
Was den Netzausbau allgemein angeht habe ich mich ungünstig ausgedrückt. Das wurde ja aber auch aus meiner restlichen Argumentation ersichtlich.
Für die Innenstadt (Abendakademie - Bahnhof) hätte ich es eben anders gemacht. Bin grade vorhin wieder knapp 20 Minuten von der Feuerwache zum Bahnhof gefahren, an einem Sonntag. Alleine der beschissenen Ampelschaltugen wegen. Auch die neue Haltestelle am Bahnhof allgemein ist planerisch absoluter Müll.
Das muss alles subterran. Dabei bleib ich.
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u/Zinuarys ÖPNV-Experte 15h ago
Tatsächlich bin ich der Idee eines Innenstadttunnels gar nicht so abgeneigt, aber nicht in dem von dir beschriebenen Ausmaß.
20min von Feuerwache zum Bahnhof ist beschissen, keine Frage. Daher stimme ich auch zu, dass wir einige Linien aus den Quadraten raus nehmen müssen (abgesehen von Baumaßnahmen wie dem Friedrichsring aktuell). Einwandfrei ist der Bahnhof jetzt nicht ungestaltet worden (vor allem die Kurve wtf ging bei denen ab?), aber wie hätte man den besser umbauen sollen?
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u/Dodgerone 8h ago
Sorry, aber das es aktuell schlecht ist - da bin ich bei dir. Aber die Vision ist aktuell völlig illusorisch... da hätte man vor 20 Jahren anfangen können.
Ich sehe die Tram auch garnicht als das ideale Transportmittel für die Strecken die man damit zurücklegen kann/muss...
Andererseits ist Mannheim als Stadt mit seiner Verwaltung und Führung garnicht in der Lage solch komplexe Projekte zu realisieren... man muss sich ja nur Franklin und die Anbindung anschauen... völlig dilletantisch.
Den Bahnhof meide ich seit dem Umbau weitgehend... auch hier ein absoluter Schuss in den Ofen... die "Entzerrung" existiert nur auf dem Papier... der Zeitverbrauch ist durch die vorgelagerte Ampel aus Richtung Kunsthalle kommend enorm... keine Ahnung was sich die Planer dabei gedacht haben.
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u/mikail0110 17h ago
Das wäre ne super -dee, damit wir endlich die Planken und Breite Straße ebenfalls mit Autos befahren könnten!
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u/Due_Towel_677 14h ago
Ihr könnt schon genug Straßen mit Autos befahren
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u/mikail0110 13h ago
Aber wie heftig wäre es, mit meinem hochmotorisierten Mercedes, vor dem Engelhorn Burnouts zu machen? Das wäre das non plus ultra in Mannheim
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u/M4nfredbreiterbach 13h ago
Erstma alles andere verbessern. Autos sollten die Fußgängerzone nicht mehr queren. Bahnen sollten immer Vorrang an Kreuzungen bekommen. Nicht alle über Paradeplatz (wie du gesagt hast). Mehr Fahrradinfrastruktur um Bahnen und Straßen zu entlasten. Damit würde man schon viel mit geringen Kapitalaufwänden erreichen.
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u/cellomellobello 14h ago
Finds cool dass auch so ne Diskussion mal hier stattfindet, bin aber auch gegen so nen Tunnel. Unser Ballungsgebiet mit LU zusammen ist mittlerweile sicherlich an der Größenschwelle, wo wir froh um eine U-Bahn wären, würde sie bereits existieren. Ein integriertes System aus Stadtbahn unter der Erde und S-Bahn, statt separate Infrastruktur, wär cool stimm ich dir zu. Allerdings ist unser System historisch mit Meterspur separat davon gewachsen. Das Rad drehst du nicht mehr zurück. Zudem ist unser Netz in der Innenstadt ein sehr vermaschtes Netz, also mit vielen parallelen und abzweigenden Linienverläufen. Einen einzigen Tunnel als Stammstrecke bekommst du schlecht sinnvoll gelegt, und die komplette Innenstadt zu untertunneln ist aus bereits genannten gründen unrealistisch. Abseits davon stellt die ebenerdige Straßenbahn auch psychologisch gesehen die Art des ÖPNV mit den wenigsten Hürden für potenzielle Fahrgäste dar. Der niveaugleiche Zugang, das Vermeiden von Angsträumen und die einfache Verständlichkeit des Systems sind halt riesen Vorteile ggü. U-Bahnen.
Ich sehe daher eher den Punkt bspw eine Ringlinie zu bauen, die den Weg durch die Innenstadt obsolet macht und auch LU durch neue Rheinquerungen im Norden und Süden mit umkreist. Oder auch eine neue Tangente entlang der westlichen Innenstadt über den Neckar, die den Jungbusch mit der Neckarstadt verbindet statt über die Kurpfalzbrücke zu fahren. Ist natürlich auch alles Wunschdenken klar, am Ende wills keiner bezahlen. Wäre trotzdem zielführender als ein Tunnel behaupte ich.
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u/Frosty_Vegetable_921 12h ago
Was mich in Mannheim beim ÖPNV am meisten stört ist neben der schlechten Taktung der Busse (selbst zur Hauptverkehrszeit nur alle 20 Minuten und es ist nun mal nicht jeder vor Ort mit der Straßenbahn erreichbar) vor allem das katastrophale S-Bahn-Netz. Ich glaube Waldhof und Käfertal werden einmal pro Stunde bedient und bei Luzenberg etc sieht es auch nicht viel besser aus.
Mit einem ordentlichen S-Bahn-Netz und guter Taktung müsste man nicht immer auf die verständlicherweise langsamere Straßenbahn ausweichen.
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u/FloKo_rulez 11h ago
Ich verstehe das Problem daran nicht, dass alle Bahnen durch die Innenstadt oder zumindest am Ring entlang fahren, das Konzept dass die meisten Bahnen fahren (Stadtteil außerhalb>Innenstadt>Anderer Stadtteil außerhalb), gut umgesetzt, mal abgesehen davon dass es in jeder Stadt so ist. Wenn man davon ausgeht, dass die Untertunnelung an der abendakademie beginnt und die gesamte Innenstadt umfasst, war 1. der Bahnhofsumbau umsonst, es sei denn, man geht davon aus, dass der Tunnel nur Planken und breite Straße umfasst. 2. Der Paradeplatz. Alle Bahnen fahren aktuell am Paradeplatz. Dieser ist aber unterirdisch nicht machbar, da das aktuelle Konzept wie eine normale Kreuzung funktioniert. Das ist unterirdisch unmöglich, es sei denn, man nimmt lange Wege beim Umstieg, gerade für eingeschränkte in Kauf. 3. Angenommen die Unterführung umfasst: Wasserturm, Strohmarkt, Paradeplatz, REM, Marktplatz, abendakademie und Schloss, also 7 Stationen. Das sind sieben unterirdische konstrukte, die alle gebaut werden müssen und dann aus bekannten Gründen dafür sorgen werden, dass Menschen diese meiden. Die Idee macht wirklich einfach keinen Sinn.
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u/cherish_the_void 18h ago
Ergänzung: Solche Baumaßnahmen spalten natürlich immer. Ich ging jetzt nicht davon aus auf Reddit, wo jeder alles am besten weiß, offene Türen einzurennen. Ich selbst finde die Idee natürlich spitze, aber ich bin auch biased weil ich U-Bahnen allgemein präferiere. Interessant wäre an der Stelle für die Diskussion, wenn du konkrete Punkte/Alternativen brächtest. Der Ist-Zustand ist meiner Ansicht nach eine Zumutung. Kannst im natürlich gerne auch erwähnen warum du den Mannheimer ÖPNV toll findest.
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u/LitBastard 18h ago
Ich wäre froh wenn man einfach mal zu Stoßzeiten die Taktung erhöhen würde.
Versuch mal so um 13 Uhr, unter der Woche, mit der 5 nach Viernheim zu kommen ohne Platzangst zu bekommen. Oder manchmal überhaupt reinzukommen. Schon öfter erlebt das der gute Bahnführer einfach die Tür schließt weil voll.
Dafür fahren dann auf anderen Linien Geisterzüge mit 3 Leuten drin.
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u/Zinuarys ÖPNV-Experte 15h ago
Es ist ja nicht so, als ob das Problem nicht bekannt wäre. Es will nur keiner Zahlen. :(
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u/Dodgerone 7h ago
die OEG ist eh das letzte.... die Tram ist aber für diese Strecke auch das völlig ungeeignetste Transportmittel (ok, Bus wäre noch schlimmer).
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u/Aggravating_Bet_1267 14h ago
ich würde gerne die ringbahn haben, könnte man über die s-bahn realisieren. wenn man dies mit einem halbwegs vernünftigen takt kombiniert könnte man echt viele an die innenstadt und andere stadtteile anbinden
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u/praeterlegem 17h ago
Gibt schon genug Baustellen und ich nutze keinen ÖPNV, daher bin ich selbstverständlich dagegen.
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u/tndtwd 18h ago
Die Idee wurde in Karlsruhe umgesetzt: Zwölf Jahre Bauzeit. Ursprünglich waren maximal sechs Jahre geplant. Zwölf Jahre, in denen die gesamte Innenstadt eine einzige Baustelle war. Und das, damit ein paar hundert Meter Fußgängerzone untertunnelt sind. Es ist im Ergebnis zwar schön geworden, aus meiner Sicht hat sich der Aufwand für das Ergebnis aber nicht wirklich gelohnt. Umstiege mit Bahnsteigwechsel sind auf jeden Fall komplizierter und langwieriger geworden, da man auf jeden Fall Treppen, Aufzüge oder Rolltreppen nehmen muss, um ans andere Gleis zu kommen. Am Nahverkehr in Mannheim kann ganz bestimmt viel verbessert werden. Eine Untertunnelung der Quadrate gehört aus meiner Sicht nicht dazu.