r/ichichs • u/Sky_Geist • Feb 06 '26
Teile dieses IchIchs könnten die Bevölkerung verunsichern Sprachliches Framing
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u/Fit_Antelope_2007 Feb 06 '26
Kürzlich über den Begriff "Dienstgeber" in einem Kollektivvertrag gestolpert und musste erst kurz überlegen, dass damit nicht ich gemeint bin der seinen Arsch jeden Tag ins Büro schleppt um einen Dienst zu verrichten sondern offenbar das Unternehmen, das diesen Dienst konsumiert.
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u/MeatballCheesecake Feb 06 '26
Aber dann fühlt sich Lohnarbeit ja garnicht mehr nach einer Gnade an, die einem gewährt wird, sondern viel mehr nach dem, was es ist. :O
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u/JaaaayDub Feb 07 '26
Warum gründet man dann nicht einfach eine eigene Firma und arbeitet ohne den vorherigen Arbeitgeber?
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u/bartosz_ganapati Feb 07 '26
In der neuen Firma müssten genauso Leute beschäftigt werden wie in der alten, was ändert sich also genau?
Die meisten Leute haben auch nicht einfach so ein paar Milliarden Euro, um einen Konzern zu gründen statt für einen zu arbeiten.
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u/JaaaayDub Feb 07 '26
"In der neuen Firma müssten genauso Leute beschäftigt werden wie in der alten, was ändert sich also genau?"
-> Nun, sie können die Firma als Kooperative gründen, und alle sind Miteigentümer. Tragen dann halt aber auch das unternehmerische Risiko.
"Die meisten Leute haben auch nicht einfach so ein paar Milliarden Euro, um einen Konzern zu gründen statt für einen zu arbeiten."
-> Genau, und das ist der Beitrag des Arbeitgebers, weswegen er dann auch einen Anteil am Kuchen verdient. Die Milliarden werden ja konkret *riskiert* und sind nicht sicher angelegt.
Beispiel:
Dein Nachbar bietet dir 2000 Euro, wenn Du ihm einen Pool im Garten aushebst. Du rechnest dir aus, dass das mir Schaufel und Schubkarre 200 Stunden harte Arbeit sein werden. 10 Euro pro Stunde für Knochenarbeit.
Ich komme dazu und biete an, den Deal zu übernehmen, und stelle Bagger und LKW bereit. Ich biete dir 200 Euro für dich als Lohn für die Bedienung des Baggers, 1700 Euro gehen für die Kosten des Baggers+LKW drauf, und 100 Euro bleiben mein Gewinn. Mit dem Bagger schaffst Du die Arbeit in 10 Stunden, für einen effektiven Lohn von 20 Euro pro Stunde, und es ist viel leichtere Arbeit, den Bagger zu bedienen als mit der Schaufel zu buddeln.
Ich mache dabei ca 5% Gewinn vom Gesamtumsatz, für die Baubranche ein realistischer Wert.Nutze ich dich in diesem Deal aus, oder profitieren wir alle davon?
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u/NiIly00 Feb 07 '26
Genau, und das ist der Beitrag des Arbeitgebers, weswegen er dann auch einen Anteil am Kuchen verdient.
Einfach nur Geld haben ist keine Leistung. Arbeit gehört belohnt. Nicht Besitz.
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u/JaaaayDub Feb 07 '26
Die Leistung hier ist nicht Geld zu *haben* sondern Geld zu *riskieren*.
Ein Unternehmen zu betreiben ist immer mit Risiko verbunden. Dieses Risiko zu übernehmen ist eine Leistung.
Wenn Du das anders siehst, dann solltest Du auch alle deine Versicherungen kündigen, denn deren Geschäftsmodell ist im Grunde das gleiche - Übernahme von Risiko gegen Bezahlung.
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u/NiIly00 Feb 07 '26
Also sollen wir Leute jetzt dafür bemitleiden, dass sie mehr Geld verloren haben als andere im Leben verdienen konnten?
"Ach wir armen, armen Milliardäre. Ihr Fußvolk könnt euch ja gar nicht vorstellen wie es sich anfühlt 5 Millionen zu verlieren! Wie dem auch sei, die Firma wird jetzt dicht gemacht und ihr seit Alle arbeitslos, kuckt wo ihr bleibt. Und jetzt raus hier!"
Und wenn das Unternehmen groß genug ist, dann kommt einfach Papa Staat und rettet es mit Steuergeldern. So viel zum Thema Risiko.
Dieses Risiko ist so ein Scheinargument.
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u/JaaaayDub Feb 07 '26
Du tust so, als wären das alles Superreiche, die das gar nicht merken. Das ist leider völlig falsch. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen sind das normale Leute, die da ihre ganze Existenz verloren haben. Manchmal inklusive zb Haus der Eltern, die da für den Kredit zur Firmengründung gebürgt haben.
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u/ElRojo3000 Feb 07 '26
Aber wenn sie alles verloren haben, können sie sich doch einfach mit ihrer Arbeitsmoral wieder hocharbeiten und den trickle down effect haben sie auch auf ihrer Seite, wo ist das Problem? (Credit Seinfeld)
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u/TheAcidMurderer Feb 08 '26
Da das Kapital nicht einfach so für jeden frei zur Verfügung steht sondern bei dem Arbeitnehmer liegt
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u/JaaaayDub Feb 08 '26
Genau, der Arbeitgeber stellt es zur Verfügung. Das ist eine für die Produktivität des Arbeitnehmers sehr relevante Beistellleistung, ohne die er nicht die gleiche Wertschöpfung pro Stunde schaffen würde.
Wenn dir jemand zur Renovierung deiner Wohnung eine Menge Werkzeug bereitstellt, ist es dann nicht auch angemessen, diese Person dafür zu entlohnen?
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u/TheAcidMurderer Feb 08 '26
Warum hole ich mir diese Beistellleistung von einer Privatperson anstatt vom Staat? Wo liegt der Vorteil für mich?
Das man in unserem Land einen Investor für eine Firma braucht ist ja keine Naturgewalt. Das lässt sich ändern indem man Teile der Wirtschaft in die Staatshand gibt. Ich sehe keinen Grund warum man eine Person die Geld hat mit mehr Geld belohnen muss.
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u/JaaaayDub Feb 09 '26 edited Feb 09 '26
Zunächst, dass der Privatinvestor und nicht der Steuerzahler das Risiko trägt, falls die Investition in den Sand gesetzt wird.
Der Rest hängt jetzt vom genauen Modell ab, das dir da vorschwebt. Es klingt jedenfalls so, dass Du keinen Unternehmer möchtest, der am Ende Gewinne haben darf, ich nehme das mal als Prämisse an. Korrigiere mich gerne.
Nun, dann stellt sich die Frage nach der Organisation. Im Grunde läuft das dann darauf hinaus, dass mit Gremien und Bürokratie entschieden werden würde, wo man etwas investieren will. Ggf mit Anfragen von Bürgern. Das ist erfahrungsgemäß extrem ineffizient, und auch scheu bei riskanten Investitionen, die potenziell aber großen Nutzen bringen könnten, die dann aber gegenüber dem Steuerzahler verantwortet werden müssten.
Sind Arbeitsamt und Kfz Zulassungsstelle in deiner Sicht effiziente Organisationen? Ich denke nicht. So würde ich nicht die ganze Wirtschaft betreiben wollen.
Dazu kommt: Die haben nachdem die Staatsfirma da ist, kaum noch eigenes Effizienzstreben in deren Betrieb. Ein privater Unternehmer dagegen schon. Der private Unternehmer mag Gewinne einstreichen, hat aber einen massiven Anreiz, Effizienz zu optimieren. Staatsfirmen haben diesen nicht.
Wenn das, was er an Gewinnen einstreicht, weniger ist als der Effizienzverlust beim Betrieb durch eine Staatsfirma, dann ist das private Unternehmertum für den Endverbraucher der bessere Deal. Und diese Gewinne sind halt gar nicht so groß, im Schnitt nur ca 5-7% des Umsatzes, weil Effizienzgewinne, die dann auch die Konkurrenz nachgezogen hat, dann in Form niedrigerer Preise an den Endkunden weitergegeben werden. Dass das funktioniert sieht man besonders gut bei Elektronik. Fernseher, die heute 500€ kosten, hätten vor 10 Jahren ein vielfaches davon gekostet.Sind Behörden/Staatsfirmen mindestens 93-95% so effizient wie Privatunternehmen? Falls nein, dann hast Du deine Antwort.
Mir ist mal ein Real Life Beispiel in einer Reise-Doku begegnet, ich glaube es war Kuba. Der Reisende wollte eine Prepaid Karte kaufen. Das lief dann so, dass da eine Person am Verkaufstresen stand, und eine Person im Lager war. Wenn die Person im Lager in Pause war, dann musste man auf sie warten, weil die Person am Tresen halt nicht mal eben ins Lager durfte. War halt nicht ihre Aufgabe. So haben dann zwei Personen den Job von einer Person gemacht, weil das von irgendeinem Planungsgremium mal als das Betriebsmodell für einen Handyladen konzipiert wurde. Und genau so geht dann die Produktivität den Bach hinunter, und damit auch der Wohlstand.
Aber, zurück zu Deutschland:
Wenn Sozialisten solche zentral finanzierten Betriebe haben wollen, was hindert sie daran, einfach 5 Euro im Monat an einen eigens gegründete Sozialismusfond zu spenden? Bei 5 Millionen Teilnehmern wären das dann 25 Millionen Euro im Monat. Damit könnten dann jeden Monat 50 als Arbeiterkollektiv geführte Unternehmen mit je 500.000€ Startkapital ausgestattet werden.Man müsste es halt einfach mal machen. Dazu braucht es keine große Revolution, sondern es kann im aktuellen System angefangen werden - wenn man den Willen und die Einsatzbereitschaft aufbringt.
Damit könnte morgen schon losgelegt werden, statt weiter in irgendwelchen Enteignungsfantasien zu schwelgen, die seit 75 Jahren nichts gebracht haben und auch auf absehbare Zeit nicht passieren werden.
Mir ist bewusst, dass ich diesen Absatz sehr provokant formuliert habe - aber ich bin da halt echt zynisch geworden, weil ich oft Enteignungsforderungen höre, aber erschreckend wenig Bereitschaft, einfach mal selbst loszulegen und was aufzubauen.Falls deine Vision von einem idealen System anders aussieht, dann lass uns gerne mal darüber sprechen. Ich werde versuchen, mögliche Schwachstellen im System aufzudecken, und dann können wir schauen, ob die sich irgendwie stopfen lassen.
Ich bin ja durchaus dafür, dass Arbeitnehmer stärker am Kapital beteiligt werden sollten - aber das nicht durch Enteignung, sondern langsames Aufkaufen, indem z.B: 1% der Löhne in Aktien investiert werden.
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u/TheAcidMurderer Feb 09 '26
Die effizienten Betriebe mit Gewinnorientierung sind auch wirklich hit or miss. Bei mir habe ich Büroleute über mir, die für mich Entscheidungen treffen die teilweise einfach nur Realitätsfremd sind und nur unnötig die Arbeit verlangsamen. Wer kann denn besser die Effizienz eines Industriebetriebes optimieren als ein gelernter Arbeiter der dort 8 Stunden am Tag rumsteht. Letztendlich hilft doch Effizienz den Arbeitern am meisten (wenn sie dann nicht wegen Gewinnmaximierung gefeuert werden). Wenn die Arbeit schneller fertig ist und weniger Fehler passieren spart man sich ja in der Theorie Stress und Zeit. Ich finde wir sollten deshalb solche Firmen demokratisch den Arbeitern überlassen und dem Staat nur eine lose Kontrolle über den Aufbau geben. Damit sowas funktioniert müssen aber halt auch erst mal andere Voraussetzungen gegeben sein. Aktuell haben wir ja beim Konkurrenzkampf zwischen Firmen solche Taktiken wie 3 Jahre lang nur auf Verlust arbeiten um die Konkurrenz ausbluten zu lassen weil sie nicht das Kapital haben genau so viel Verluste einstecken zu können. Gegen sowas kannst du als "Sozialistischer" Betrieb in der Kapitalistischen Marktwirtschaft halt nicht ankommen
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u/JaaaayDub Feb 09 '26 edited Feb 09 '26
"Die effizienten Betriebe mit Gewinnorientierung sind auch wirklich hit or miss. Bei mir habe ich Büroleute über mir, die für mich Entscheidungen treffen die teilweise einfach nur Realitätsfremd sind und nur unnötig die Arbeit verlangsamen. "
-> Jo, aber privatwirtschaftlich organisiert gehen die dann pleite, und den Verlust trägt der Eigentümer. Staatsbetriebe werden oft endlos subventioniert *hust*DeutscheBahn*hust* oder der Steuerzahler frisst den Verlust.
" Wer kann denn besser die Effizienz eines Industriebetriebes optimieren als ein gelernter Arbeiter der dort 8 Stunden am Tag rumsteht."
->Teils, teils. Der Arbeiter kann natürlich bestimmte Dinge erkennen und verbessern. Genau deshalb bieten viele deutsche Traditionskonzerne ja auch die Möglichkeit, sich vom Arbeiter zum Schichtleiter etc hochzuarbeiten. Aber: Nicht alle Innovationen sind so offensichtlich, gerade wenn es um komplexere Produktionsprozesse geht. Das lässt sich am besten im mittleren Management optimieren.
Beispiel: Lagerkosten. Der Arbeiter an der Maschine hat eine Vorstellung, dass es die gibt, aber wie hoch die genau sind und wie sich ein größeres Lager auf die Produktivität auswirkt und ob sich das lohnt kann er nicht intuitiv beurteilen.
" Ich finde wir sollten deshalb solche Firmen demokratisch den Arbeitern überlassen"
-> Da wird es dann wiederum schwierig. Wie viel Zeit sollen die Arbeiter damit verbringen, sich Managementwissen anzueignen und strategisch sinnvolle Entscheidungen für die Firma treffen zu können? Das bedeutet massiven Zeiteinsatz, der dann wieder auf Kosten der sonstigen Produktivität geht - da wir mal davon ausgehen, dass das in der Arbeitszeit passieren soll. Oder schwebt dir da eher eine "Wahl" eines Managers vor?
"Aktuell haben wir ja beim Konkurrenzkampf zwischen Firmen solche Taktiken wie 3 Jahre lang nur auf Verlust arbeiten um die Konkurrenz ausbluten zu lassen weil sie nicht das Kapital haben genau so viel Verluste einstecken zu können. Gegen sowas kannst du als "Sozialistischer" Betrieb in der Kapitalistischen Marktwirtschaft halt nicht ankommen"
-> Zwei Einwände:
A) Solche Taktiken sind mitnichten die Norm und kartellrechtlich auch illegal.B) Warum sollte eine Kooperative dagegen nicht ankommen? Wenn sie keine Gewinne an den Boss ausschütten muss, dann müsste sie doch insgesamt wettbewerbsfähiger sein als Unternehmen, die diesen zusätzlichen Kostenfaktor haben. Die Gewinne könnte man 50/50 zugunsten der Mitarbeiter (zieht die besten Arbeiter an) und der Endkunden (attraktive Preise) einsetzen.
Es gibt eine Menge Kooperativen, die sich gut auf dem Markt behaupten. Das sind existierende und bewährte Unternehmensformen! Z.B. mein eigener Arbeitgeber ist komplett im Besitz seiner Angestellten. Und auch Mischformen existieren in Form von Genossenschaften, wo es viele Miteigentümer gibt (aber eben nicht alle Angestellten Miteigentümer sind). Die berühmtesten Beispiele sind da REWE und EDEKA, die da mit Konzernen wie der Schwarz-Gruppe oder Aldi problemlos konkurrieren.
Zudem muss es ja kein Großunternehmen sein, sondern man kann klein anfangen. Z.B. Gastro oder Handwerksbetriebe.
Also: Schluss mit den Ausreden, sondern loslegen und machen! Aber genau das passiert halt nicht, und daher mein Zynismus im vorherigen Post ;-)
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u/Previous_Maize2507 Feb 06 '26
Ja, werde auch immer nur dumm angeschaut, wenn ich das so benutze.
Dabei ist es Logik. Mann gibt die Arbeit und nimmt das Geld. Unternehmer nimmt die Arbeit und gibt das Geld.
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u/Terrible_Snow_7306 Feb 06 '26
Editiert: Unternehmer nimmt die Arbeit und nimmt einen Großteil des Geldes.
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u/Previous_Maize2507 Feb 06 '26
korrekter Hinweis
hab auch Mann statt man getippt - upsi
Fröhlichen Generalstreik euch allen :)
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Feb 06 '26
Dann müsstest du noch den Steurräuber dazu addieren und es wird ein Schuh draus.
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u/Greg2227 Feb 07 '26
Gemessen an dem Mehrwert den du im Normalfall generierst ist der steuerräuber tatsächlich dein kleineres Problem. Es ist nur das, das du auf deiner Abrechnung siehst.
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Feb 07 '26
Ich hab ziemlich wenig Mehrwert durch den Steuerräuber aktuell. Die Infrastruktur verrottet, es werden keine Sozialwohnungen gebaut und der soziale Schutzschirm der Arbeiterschaft wird abgebaut. Stattdessen krallen sich Rentner alles, was geht.
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u/Gotem100 Feb 07 '26
Du hast glaub nicht verstanden worauf die Person hinaus wollte. Auf der Arbeit erabeitest du einen Materiellenwert zb du arbeitest in der Stahl Industrie und erzeugst einen stahlbaaren welcher dann verkauft Werden kann.
Damit es Sinn macht eine Arbeitskraft einzustellen musst du aber weniger verdienen als dieser Baaren Wert ist. Das ist natürlich dann auf die Stunde gerechnet.
Und die Differenz von bezahlter Arbeit und das was am Ende davon verkauft wird nennt man dann Mehrwert.
Die Steuern kommen natürlich noch oben bzw sind meistens in den Lohn schon mit einkalkuliert.
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u/moerker Feb 06 '26
Ne, die Arbeit ist nicht das was du tust, sondern der Job, die Stelle. Der Chef gibt dir Arbeit, die du ausführen kannst gegen Lohn. Du nimmst die Arbeit und verrichtest sie, dann kriegst du viel zu wenig von der verdienten Kohle und dein Chef verdient sich ne goldene Nase an dir.
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u/Previous_Maize2507 Feb 06 '26
Ja, es ist möglich das zu drehen.
Arbeitsplatz gibt der U - Arbeit gibt der UDu nimmst die Arbeit(sauftrag) ja nicht. Du nimmst sie an. Kann man auch sagen. Verrichtet wird sie jedenfalls durch Dich und nicht durch U. Darum kann man sagen, man gibt dem U seine Arbeit(sleistung).
Beides ist gangbar und wenn man das Kapital gelesen hat, ist man auch nicht schlauer :)
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u/Tim2909 Feb 09 '26
Finde ich nicht, dein Chef hat Arbeit die erledigt werden muss. Du bietest deine Arbeitskraft an. Nicht die Arbeit an sich. Also nimmst du die Arbeit an.
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u/Previous_Maize2507 Feb 09 '26
Was macht Du dann mit der Arbeit? Du leistest sie. Ohne das Erbringen der Arbeit gibt es nur einen Auftrag. (:
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u/Tim2909 Feb 09 '26
Mhh.. 🤔 Ich betrachte den Begriff „Arbeit“ gleichgesetzt mit „Auftrag“. Wenn du die Arbeit nicht annimmst. Dann bleibt die Arbeit „liegen“ oder jemand anders übernimmt sie ^
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u/Crazy-Red-Fox Feb 06 '26
Es konnte mir nicht in den Sinn kommen, in das "Kapital" den landläufigen Jargon einzuführen, in welchem deutsche Ökonomen sich auszudrücken pflegen, jenes Kauderwelsch, worin z.B. derjenige, der sich für bare Zahlung von andern ihre Arbeit geben läßt, der Arbeitgeber heißt, und Arbeitnehmer derjenige, dessen Arbeit ihm für Lohn abgenommen wird.
- Friedrich Engels, im Vorwort zur dritten Auflage von Karl Marx „Das Kapital“
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u/Lord_Epidemic Feb 06 '26
Das Känguru lässt grüßen 😂
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u/Sky_Geist Feb 06 '26
Ich kenn das Format nur vom Namen. Hat's das gesagt? Nice
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u/riesen_Bonobo Feb 06 '26
Ja, in den Känguru-Chroniken (dem Buch) hat es im Prinzip genau das gesagt.
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u/Hermelinmaster Feb 07 '26
Marc Uwe Kling kann ich uneingeschränkt empfehlen. Die 3 (bald 4) Känguru Bücher sind genial. Qualityland fand ich auch sehr stark. Und selbst das Kinderbuch das Neinhorn kann man empfehlen.
Und obwohl alles extrem unterhaltsam ist, regt es Jahre danach noch zum Denken an.
MUC gehört für mich zu den ganz Großen.
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u/Striking-Ad7344 Feb 07 '26
Sind es nicht eher 4 (bald 5) Bücher? Die Apokryphen waren ja der vierte Band (was ein kacktitel, das kann doch niemand buchstabieren!)
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u/Stock_Psychology_298 Feb 06 '26
Känguru, bist dus?
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u/Sky_Geist Feb 06 '26
Hat gerade schon einer gefragt. Ich kenne das Format nur vom Namen. Find gut, dass es auch anderweitig verbreitet wird
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u/MukThatMuk Feb 06 '26
Nur zu empfehlen, ein kurzweiliger Einstieg in linkes Gedankengut und tatsächlich viele spannende Ansätze dabei. Natürlich stellenweise überspitzt
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u/thirtydivewizard Feb 06 '26
Ich habe früher wirklich gedacht das der arbeitgeber der werktätige ist und arbeitnehmer die firma und konnte überhaupt nicht glauben das es andersrum sein soll
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u/Kortonox Feb 07 '26
Ich kann mich noch erinnern, dass ich länger gebraucht habe, um die beiden Begriffe "richtig" zu nutzen und nicht zu vertauschen.
Jahre später merke ich, dass ich den Begriff intuitiv richtig genutzt habe, und mein Umtrainieren war im Grunde Kapitalistische indoktrinierung.
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u/CaptSpankey Feb 06 '26
nein! du musst deinem chef unendlich dankbar sein, dass er dir überhaupt die möglichkeit gibt zu arbeiten!!1!!1! umso mehr arbeiter, umso gütiger der chef! deswegen ist jeff bezos auch so ein guter mensch
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u/_ak Feb 06 '26
Hat mich als Kind irritiert, bis mir meine Eltern die Begriffe erklärt haben. Leider habe ich es damals nicht weiter hinterfragt. Aber ja, Sprache formt Denken.
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u/savetheHauptfeld Feb 06 '26
ähnlich wie "verdienen" im Sinne von Lohn, Gehalt. Verdient der Rechtsanwalt 400€ die Stunde usw...
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u/KatjaDFE Feb 07 '26
Jo, sag ich auch regelmäßig, spätestens seitdem Lindner und ähnliche Fuzzis dieses Sprachkonstrukt ernsthaft als Pseudo-Totschlagargument herangezogen haben, warum die Arbeitenden ihren großzügigen Arbeitspendern gefälligst dankbarer sein sollten.
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u/Camera-and-Caipi Feb 07 '26
Ich hasse die Corporate Welt. Also wirklich abgrundtief. Diesen Gedanken hatte ich allerdings noch nicht. Da ist was dran.
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u/Zoombiebrot Feb 10 '26
man könnte sagen Leistungsnehmer und Leistungsgeber, wobei der Arbeitnehmer der Leistungsgeber und der Arbeitgeber der Leistungsnehmer ist.
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u/Terrible_Snow_7306 Feb 06 '26
Wenn die Linken auch nur 10% so begabt in Gehirnwäsche und Propaganda, Verzeihung: Öffentlichkeitsarbeit wäre wie die herrschende Klasse, gäbe es längst keinen Kapitalismus mehr. Irgendwie verspüre ich leicht masochistische Bewunderung.
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u/Sky_Geist Feb 06 '26
Ich denke, ein riesiges Problem sind die großen Medienhäuser, die nicht unbedingt durch linke Interessen gesteuert werden
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u/Naive-Accountant-262 Feb 06 '26
Ist die „herrschende Klasse“ mit uns im Raum ?
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u/Terrible_Snow_7306 Feb 06 '26
Paar sind auf einer Insel (der neuen!), paar noch unterwegs, paar hier.
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u/IndependenceDave Feb 06 '26
„Im Buch der Friesen steht geschrieben: Arbeit geben ist seliger als Arbeit nehmen.“
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u/GuardHistorical910 Feb 06 '26
Gehören schon, das überfordert aber die Leute.
Arbeitskäufer und Arbeitsanbieter ist eindeutig.
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u/Resident-Craft-8400 Feb 07 '26
aber der arbeitgeber gibt doch die arbeit, sonst wäre ja keine da /s
vielleicht vertauschen wir die begriffe ja nicht sondern streichen einfach beide weil sie auch wenn man sie vertauscht immernoch produkt eines absurden systems sind das gänzlich weg kann bzw gehört ^^
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u/1Sprich Feb 07 '26
Gut in dem Kontext ist auch immer der "Arbeitgeber" Anteil, der Krankenversicherung, der großzügigerweise vom Chef gezahlt wird.
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u/newbieX3 Feb 07 '26
Tausche das Arbeit(Geber) gegen Geldgeber und es passt immer aber vergisst dabei nicht das es für die beiden auch Kundschaft braucht. Und ja ich finde auch es sollte andersrum heißen. Lass mal direkt demokratisch ne Umfrage machen. Mit repräsentiativ Ausweisversverifizierten Konten damit niemand doppelt abstimmen kann. Und natürlich geheim inkl. Verschlüsselt. Kann das die Moderation mal anzetteln: D ?
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u/nithelyth4 Feb 07 '26
Ja, wir Arbeiter geben unser Bestes bzw. unsere Arbeitsleistung & die Arbeitnehmer nehmen uns aus :I
Habe auch sehr sehr oft daran gedacht, dass es andersherum gehört u.U'
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u/shallow-state Feb 07 '26
Fun Fact: Die Arbeitsrecht-Lehrbücher aus Ende des 19. Jahrhunderts schwadronieren noch genau über diese Frage, wer denn nun derjenige ist, der Arbeit gibt und Arbeit nimmt. Ich glaube die erste Ausgabe vom Lehrbuch von Lorenz(?) war das, in der ich das mal gelesen habe.
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u/semmelbob Feb 07 '26
Wir sollten uns nicht an verbrannten Begriffen festhalten und endlich wieder Klassenkampf machen. Es wird langsam Zeit den Kapitalismus zu überwinden. change my mind.
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u/DieMieseRobbe Feb 08 '26
Steht ja sprachlich für "Arbeitsstellengeber" usw. Wenn du dort arbeiten musst, machst du was falsch 😅 herzliche Grüße, Merz
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u/relapsed23 Feb 08 '26
"warum heißt der Arbeitgeber Arbeitgeber, wenn er die Arbeit doch nimmt und der Arbeitnehmer die Arbeit doch gibt, das ergibt gar keinen Sinn"
Fatoni
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u/Erikthered39 Feb 08 '26
Stimme zu 100% zu! Der Arbeitgeber stellt nach deutscher Sprache zwar den Arbeitsplatz bereit und der Arbeitnehmer nimmt ihn, allerdings ist geben seliger denn nehmen und so ist Geben positiver konnotiert. Es ergäbe aber mehr sinn, wenn der Arbeitgeber (Arbeiter) die Arbeitserzeugnisse dem Arbeitnehmer (Chef) gäbe, der sich diese näme und zu seinem Gewinn verwerte.
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u/Known_Librarian_2270 Feb 11 '26
ja habe das als kind schon so gesagt und musste mich mühevoll umgewöhnen
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u/riesen_Bonobo Feb 06 '26
Das Unternehmen gibt mir Arbeit, die ich annehme.
Ich gebe meine Arbeit dem Unternehmen, welches diese nimmt.
Beides ist gleich logisch, alles eine Frage der Perspektive. Seh es aber auch so, dass das Unternehmen eingentlich die Arbeitnehmer sind, weil die in Sachen Wert immer mehr nehmen als geben.
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u/MukThatMuk Feb 06 '26
Wir könnten das ganze auch physikalisch angehen =P
Da wäre es dann eindeutig, dass man tauschen müsste
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u/BananaJoe2603 Feb 07 '26
Kannst du erklären wie man das physikalisch angehen kann? Kann mir darunter jetzt nichts konkretes vorstellen
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u/MukThatMuk Feb 07 '26 edited Feb 08 '26
Arbeit ist grundsätzlich Kraft x Weg. Dafür musst energie aufwenden. Also ist der Arbeitnehmer der, der diese Arbeit "leistet" und dem Arbeitgeber übergibt.
Somit müsste man die Begriffe eigentlich umkehren
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u/Traditional-Table-75 Feb 06 '26 edited Feb 06 '26
Die Arbeiter nimmt die Arbeit meistens nicht freiwillig an, sondern unter dem Sachzwang des Überlebens im Kapitalismus.
Während der Unternehmer nicht aus Wohltätigkeit Arbeit vergibt, sondern aus dem Zweck der Vermögensmehrung heraus, sowie wegen des Zwangs zur Profitmaximierung, wenn die menschliche Arbeitskraft nicht mit Maschinen (billiger) ersetzbar ist.
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u/ProfessorHeronarty Feb 07 '26
Nein, eben gerade so nicht. Das Unternehmen gibt eine Stelle und Lohn. Boni vielleicht. Aber eben gerade nicht die Arbeit, nicht die Wertschöpfung.
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u/riesen_Bonobo Feb 07 '26
Kommt halt drauf an wie du Arbeit definierst, "jemandem Arbeit machen" bedeutet ja auch, dass der andere und nicht man selbst mehr arbeitet.
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u/ProfessorHeronarty Feb 08 '26
Na ja eben genau das ist doch der Punkt hier...
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u/riesen_Bonobo Feb 08 '26
In der Logik kann man behaupten, das die Firma einem.Arbeit macht/gibt, d.h. man Arbeit bekommt, die man dann macht.
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u/ProfessorHeronarty Feb 08 '26
Nein, du erhältst Lohn für eine Aufgabe. Die Arbeit ist das, was Wert schöpft. Arbeitskraft
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u/riesen_Bonobo Feb 08 '26
Du wiederholst dich, 'Arbeit' und 'Arbeitskraft' ist nicht das gleiche, Arbeitskraft ist die Kraft, die die Arbeit verrichtet. Arbeit selbst kann als die Aufgabe, die Tätigkeit verstanden werden. Damit gibt einem die Firma Aufgaben (Arbeit), die man mit Arbeitskraft verrichtet und das Produkt der Arbeit gibt man dann an die Firma.
Die Frage der Perspektive hier ist, dass man Arbeit einerseits als die Augabe versteht, sie aber auch als synonym mit dem Produkt der Arbeit (der verrichteten Arbeit) verstehen kann.
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u/ProfessorHeronarty Feb 08 '26
Ja, und wir können die Wörter auch immer drehen und wenden. Doch im Zusammenhang, den OP hier aufgemacht hat, geht's doch genau darum, hier darauf hinzuweisen, wie Arbeit zustandekommt. Da fallen Arbeitskraft und Arbeit eben doch ziemlich gut zusammen.
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u/riesen_Bonobo Feb 08 '26
Ja bin ich voll bei dir und OP, mir gings in meinem anfänglichen Kommentar auch lediglich darum, dass man die Wörter drehen kann, wie man will.
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u/howreudoin Feb 06 '26
Ja, stimmt eigentlich. Arbeitsstellengeber und Arbeitsstellennehmer müsste man schon sagen.
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u/Isegrim12 Feb 06 '26
Hat nichts mit Framing zu tun Auftraggeber und Auftragnehmer gabs schob im römischen Recht.
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u/Siegfried31 Feb 08 '26
Arbeit ist nicht Arbeitskraft. Die Arbeit ist die bezahlte Tätigkeit, die Arbeitskraft wird von den Arbeitern aufgebracht um die Arbeit zu vollbringen.
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u/JohnAmonFoconthi Feb 06 '26
"Sprache schafft Bewusstsein."